Geschichte

Das iwp wurde 1952 gegründet. Die wesentlichen Ereignisse und Errungenschaften sind in einer anlässlich der 25. Fachtagung des Institutes im Jahr 2008 herausgegebenen Festschrift dargestellt.
Diese Festschrift beruht auf einer Diplomarbeit, die am Institut für Revisions­, Treuhand­ und Rechnungswesen der Wirtschaftsuniversität Wien von Herrn Manuel Resetarics und Frau Eva Maria Lamprecht im Studienjahr 2007/2008 verfasst und von Univ.­Prof. Dr. Romuald Bertl begutachtet wurde.

Ehrendes Gedenken

Wir gedenken der verstorbener Persönlichkeiten, die maßgeblich zur Entwicklung des iwp beigetragen haben:

Univ.Prof. Dr. Leopold Mayer
(† 15. August 2021)

1957-1971 Mitglied des Ehren und Disziplinarates
1967-1971 Beiratsmitglied
1975-1979 Vizepräsident
1985-1988: Präsident
1993-2008 Mitglied des Ehren und Disziplinarates
2018 Verleihung des Ehrenringes des iwp

KR Dkfm. Leopold Wundsam
(† 9. April 2015)

1995­-1997: Vorstandsmitglied
1997-­1999: Präsident
2008­-2013: Ehren­ und Disziplinarrat

Prof. Dkfm. Dr. Helmut Samer
(† 14. April 2015)

1984­-1988: 2. Vizepräsident
1988-­2002: Generalsekretär
ab 2002: Ehrenmitglied Vorstand
2006 Verleihung des Ehrenringes des iwp

Leopold Mayer wurde am 14. November 1928 in Wien geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Doktoratsstudiums der Handelswissenschaften, trat er in den Berufsstand ein, wo er ab 1962 in führender Position fungierte. Mit Schwerpunkt auf die Prüfungs- und Beratungstätigkeit wirkte Leopold Mayer viele Jahrzehnte lang vor allem als maßgebliche Instanz für die Rechnungslegung von Versicherungen. Sein umfangreiches Fachwissen untermauerte er mit zahlreichen Fachpublikationen sowie der Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Unermüdlich war auch sein Engagement für die Entwicklung des Berufsstandes.

Leopold Mayer war von 1985-1988 Präsident des iwp (zuvor war er schon von 1967 bis 1971 Beirat und von 1975-1979 Vizepräsident sowie von 1957-1971 und von 1993 bis 2008 Mitglied des Ehren- und Disziplinarrates).

Leopold Mayer setzte viele wertvolle zukunftsweisende Impulse für den Berufsstand.

Im Jahre 1985, dem ersten Jahr seiner Präsidentschaft,  setzte er sich für die Fortführung der im Jahre 1984 unter der Präsidentschaft von  Paul Loebenstein erstmals abgehaltenen Fachtagung ein. Diese jährliche Fachtagung ist bis heute ein Markenzeichen der Facharbeit des iwp.

Im Jahre 1986 unterzeichnete Leopold Mayer für das iwp die Gründungsurkunde der FEE (heute Accountancy Europe) und sorgte im Jahre 1988 durch die Entsendung einer österreichischen Delegierten in den Vorstand der FEE  für das aktive Engagement des österreichischen Berufsstandes auf europäischer und internationaler Ebene, das sich im Laufe der Jahre immer mehr verstärkte. Zweimal waren österreichische Berufsangehörige im Vorstand der FEE.

1988 stellte er ein Modell für eine intensivere Facharbeit des Instituts durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter als Koordinator vor. Damit war der Grundstein für die umfassende Facharbeit des iwp für seine Mitglieder gelegt.  Im Oktober des gleichen Jahres fand eine außerordentliche Hauptversammlung statt, auf deren Tagesordnung die Punkte Statutenänderung und Erörterung der künftigen Facharbeit standen. Prof. Dkfm. Helmut Samer wurde erster angestellter fachlicher Mitarbeiter des Instituts. Künftig sollten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften dem Institut als außerordentliche Mitglieder (ohne Stimmrecht) beitreten können. Deren Mitgliedsbeiträge tragen bis heute wesentlich zur Finanzierung der Institutsarbeit bei.

Am 17. Dezember 2018 wurde Herrn Univ.-Prof. Dr. Leopold Mayer von Präsident Mag. Helmut Kerschbaumer der Ehrenring des Institutes Österreichischer Wirtschaftsprüfer überreicht.
Die Feier fand ganz im Sinne des Geehrten in kleinem Kreise statt.

Leopold Mayer war viele Jahre hindurch Vorsitzender des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der KSW. Mit einer Reihe weiterer hochrangiger Funktionen hat Leopold Mayer als führender Vertreter des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater über viele Jahrzehnte hinweg maßgeblich fachliche Leitlinien vorgegeben sowie Impulse gesetzt.

Er war für uns alle nicht nur fachlich sondern ganz besonders auch menschlich ein Vorbild. Wir werden ihn schmerzlich vermissen.

Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie, der wir viel Kraft wünschen.

„Im Namen des Vorstandes des iwp
verfasst von Mag. Gisela Nagy“

Ein guter Freund und ein Großer ist von uns gegangen. Prof. Dkfm. Leopold Wundsam ist nach kurzer schwerer Krankheit am 9. April 2015 gestorben. Geboren am 30. Juni 1939 in Vöcklabruck besuchte er zunächst die Handelsakademie in Linz und studierte anschließend an der Hochschule für Welthandel, wo er 1961 zum Dkfm. graduierte. Mit 27 Lebensjahren erlangte er die Berufsbefugnis des Steuerberaters und 7 Jahre später jene des Wirtschaftsprüfers. In der Folge war er zunächst in verschiedenen Funktionen des Bankwesens tätig und 8 Jahre Mitglied
des Vorstandes der Österreichischen Volksbanken AG. Zu Beginn der 80iger Jahre kehrte er in seinen Hauptberuf zurück, der für ihn nicht nur Beruf, sondern vor allem Berufung war. Er begann seine Tätigkeit in einer kleinen Kanzlei die sehr rasch wuchs, so dass er bereits 1986 in die Naglergasse/Ecke Graben übersiedeln konnte.
Mit dem Beitritt zum Moore Stephens Netzwerk, an dessen Ausbau in Österreich Leopold Wundsam führend beteiligt war, wurde auch diese Kanzlei räumlich zu klein, so dass er seinen Berufssitz in die Ringstraßengalerien verlegte, wo er
mit zuletzt mehreren Partnern und rund 90 Mitarbeitern tätig war. Dank seiner fachlichen Qualitäten wurde Leopold Wundsam seit vielen Jahren in einer Reihe von schwierigen Strafrechts- und Zivilrechtsverfahren als allgemein beeideter und gerichtlich zertifzierter Sachverständiger beigezogen. Leopold Wundsams Größe lag aber nicht allein darin, dass er seine Kanzlei zu einer der hoch angesehensten in Österreich machte, sondern auch und vor allem darin, dass er für die Gemeinschaft arbeitete, der er sich persönlich zugehörig und verpfichtet fühlte. Der Vereinigung österreichischer Wirtschaftstreuhänder gehörte er seit Beginn seiner Laufbahn als Wirtschaftstreuhänder an und übte Jahre hindurch die Funktion des Kassiers aus.

Er war seit langem Mitglied unseres Instituts und war 4 Jahre lang Vorstandsmitglied, davon 2 Jahre als iwp-Präsident. Leopold Wundsam war auch außerhalb seiner Vorstandstätigkeit vielfach in die Agenden des Instituts eingebunden. Er
initiierte eine Reihe von qualitätssichernden Maßnahmen, die heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Prüfungswesen sind. In der Kammer der Wirtschaftstreuhänder ist er unter anderem im Fachsenat für Unternehmensrecht und Revision
tätig gewesen und war bis zuletzt Vorsitzender des Disziplinarrates. Bleibenden Dank hat sich Leopold Wundsam mit dem Projekt Spendengütesiegel erworben.
Damit ist es dank seiner Arbeit und seinen Vorschlägen gelungen, Kriterien für alle Hilfsorganisationen zu schaffen, deren Einhaltung jedem Spender die Gewissheit gibt, dass die von ihm zur Verfügung gestellten Mittel auch zweckentsprechend
verwendet werden. Bis zu seinem Tode war Leopold Wundsam auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe Spendengütesiegel. Dank seines Einsatzes in den zahlreichen Gremien der Kammer der Wirtschaftstreuhänder wurde Leopold Wundsam der
Berufstitel Kommerzialrat verliehen. Im privaten Bereich war Leopold Wundsam unter anderem Mitglied der ÖCV-Verbindung Rugia und des Lionsclubs.
Leopold Wundsam hat zwei Kinder. Sohn Peter ist seit längerer Zeit in seine Fußstapfen getreten, Tochter Gabriele ist bei IBM im HR Bereich international tätig. Fünf Enkelkinder sichern die Zukunft des Familienclans.
Ich werde Leopold Wundsam, den ich seit 40 Jahren kannte, vermissen. Er war nicht nur ein Mann hervorragender beruficher Qualitäten, sondern auch ein Mensch mit hohen persönlichen Charaktereigenschaften.

Nachruf von Univ. Prof. Dr. Anton Egger

Das berufliche Leben von Helmut Samer war geprägt von einer herausragenden Liebe zum Beruf des Wirtschaftsprüfers sowie einer unermüdlichen Schaffenskraft. Neben dem Institut Österreichischer Wirtschaftsprüfer (iwp) haben davon nicht nur eine Vielzahl von Kollegen profitiert, die im Rahmen ihrer Ausbildung durch seine „Schule“ gegangen sind, sondern auch die Kammer der Wirtschaftstreuhänder, in der er eine Vielzahl von Funktionen erfüllt hat, die Akademie der Wirtschaftstreuhänder, die er mehrere Jahre geleitet hat und das Institut für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen an der WU, an dem er Vorlesungen und Seminare abgehalten hat.
Helmut Samer hat das iwp mehr als 10 Jahre als erster Generalsekretär vertreten (abgesehen von einer Reihe anderer Funktionen, die er im Laufe der Jahre ausgeübt hat). In dieser Zeit hat das iwp unter seiner fachlichen Leitung zahlreiche Richtlinien und Stellungnahmen veröffentlicht. In internationalen Gremien war Helmut Samer als Vertreter bei der FEE und IFAC tätig.
Als Helmut Samer im Jahr 2002 seine Funktion als Generalsekretär zurücklegte, wurde er zum Ehrenmitglied des Vorstandes des iwp ernannt.
2006 wurde Helmut Samer als Dank für seine verdienstvolle Tätigkeit das Ehrensiegel des iwp verliehen, mit dem besonders herausragende Mitglieder des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden.
Wir schätzten Helmut Samer als eine integere Persönlichkeit und wegen seiner beruflichen Kompetenz, seiner Hilfsbereitschaft und Kollegialität sowie seiner Begeisterung und dem Engagement, mit dem er sich für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer aktiv eingesetzt hat.