Clubabend am 18. November 2003
Am 18. November 2003 fand im Haus der Industrie, im Richard Schoeller Saal, der Clubabend des iwp statt. Die Veranstaltung widmete sich der zentralen Frage, ob neben dem Corporate Governance Kodex, der im vergangenen Jahr unter Mitwirkung des iwp verabschiedet wurde, nicht auch Compliance- oder Wohlverhaltens-Regeln für Wirtschaftsprüfer, Anwälte, Asset Manager, Investoren oder Journalisten entwickelt werden müssen. Als Referenten konnten Mag. Friedrich Mostböck (Head of Research, Erste Bank), Klaus Grubelnik (Mediensprecher der Finanzmarktaufsicht), Mag. Paul Severin (Chief Investment Officer, Capital Invest) und Prof. Dr. Romuald Bertl (Wirtschaftsprüfer und Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien) gewonnen werden. Durch den Abend führte der Präsident des iwp, Dr. Robert Reiter.
In Form von kurzen Impulsstatements betrachteten die Vortragenden das Thema aus ihrer jeweiligen Sicht, als Asset Manager, als Journalist (Herr Grubelnik war 20 Jahre lang als Journalist tätig), als Investor und als Wirtschaftsprüfer. Auch wenn die Ansichten mitunter sehr unterschiedlich waren, kamen doch alle Anwesenden, inklusive der rund 20 Gäste, zu dem Schluss, dass in Österreich sehr wohl ein Bedarf an der Entwicklung von Wohlverhaltensregeln besteht. Insbesondere bei den Journalisten orteten die Diskutanten dringenden Handlungsbedarf, da dieser Berufsstand im Moment nicht einmal über eine Vereinigung verfügt, die sich dessen annehmen könnte.
Anwälte, Analysten, Investoren, aber auch Wirtschaftsprüfer unterliegen zwar strengeren Standesregeln und verfügen teilweise bereits über eigene hausinterne Regelungen, die auch gelebt werden, dennoch ist auch hier, so die Meinung der Referenten, eine Überarbeitung der Kodizes bis hin zur gesetzlichen Verpflichtung notwendig.
Die Überwachung der Einhaltung ist damit ein weiterer entscheidender Punkt in der Entwicklung von weiteren Standards. Nur wenn der Missbrauch durch Strafen, die bis hin zur Existenzgefährdung reichen, geahnt wird, kann eine nachhaltige „erzieherische Wirkung“ erzielt werden, war die Mehrheit der Referenten überzeugt.
1030 Wien, Schwarzenbergplatz 4 (Haus der Industrie)